Chronik des Tambourcorps Concordia Holzheim 1923

Im kommenden Jahr feiert das Tambourcorps Concordia Holzheim sein 100-jähriges Bestehen. Doch bis zu diesem wunderbaren Jubiläum war es ein ereignisreicher Weg.

Ursprünge

Ein Schützenfest ohne Trommler und Hornisten ist nicht denkbar. So geben sie auch seit in Holzheim Schützenfest gefeiert wird, den Marschierern den Takt an.

Im Jahr 1904, so beginnt die Chronik unseres Corps, hat das kurz vorher gegründete 1. Neusser Tambourcorps unter seinem legendären Major „Limburgs Tünn“ in Holzheim die Umzüge begleitet.  Dem wollte man nacheifern. Im Jahr 1911 gründete sich auf Initiative des damaligen Kaplans Löffelsend in Holzheim ein Jungmännerverein mit den Namen „Concordia“. Bereits 1912 wurde innerhalb dieses Vereins ein Tambourcorps mit gleichlautendem Namen ins Leben gerufen. Michael Hilgers fungierte als erster Ausbilder, Leiter war Josef Tillmann aus Löveling. Der Vater unseres langjährigen Spielmanns Willi Müller war dort bereits Mitglied. Der 1. Weltkrieg setzte diesem Verein jedoch ein schnelles Ende. Zu einem schützenfestlichen Auftritt ist es nie gekommen. 1918 begannen einige verblieben Mitglieder mit der Gründung des Tambourcorps von 1920. Die musikalischen Führer und Leiter sowie der Name „Concordia“ waren da nicht mehr vertreten. Dieser Verein löste sich 1934 auf.

1923

Gründerjahre 1922 – 1930

Die Geburtsstunde der heutigen Concordia liegt bereits 101 Jahre zurück, genauer am 18.02.1922. Der 1. Weltkrieg ist zu dem Zeitpunkt 4 Jahre vorüber, Reichpräsident Friedrich Ebert steht an der Spitze der Weimarer Republik. Die Bürgermeisterei Holzheim hat rund 2400 Einwohner. Eine wichtige Säule des Dorflebens ist schon seit 1516 der Bürger-Schützenverein Holzheim (erste Erwähnung als Holzheimer Schützenbruderschaft der „Allerseligsten Jungfrau Maria“ auch Marienbruderschaft genannt, ab 1836 dann der Übergang in den Bürger-Schützenverein Holzheim). Im damals durchweg katholischen Holzheim werden 1920 durch Kaplan J. Rosen innerhalb des katholischen Jünglingsvereins mehrere Abteilungen für Sport, Theater und Mandolinenmusik ins Leben gerufen. Bei Ausflügen ist den Jungen aber die „Schrammelmusik“ zu leise und so beschließen 1922 die 8 jungen Männer Johann Weber, Peter Schmitz, Johann Schornstein, Heinrich Haas, Phillip Bongartz, Josef Wyrich, Christian Kippels und Theodor van Terwingen ein Tambourcorps zu gründen. Man sammelt Geld und kauft die ersten Instrumente. Munter beginnen die ersten Proben auf dem Rachs-Berg (ein Wohnhaus samt Stallungen und Stellwärterhaus gegenüber dem heutigen Feld-Haus auf dem Berger Weg. Heute ist hier nur noch ein kleines Wäldchen). Im Gegensatz zu dem „weltlichen“ Verein von 1920 vereinbart man den christlichen Werten treu zu bleiben und schließt sich dem katholischen Sportverband DJK an. So wird dann auf der Gründungsversammlung bei Pesche Bäcker (damalige Kneipe gegenüber der Kirche) am 20.03.1923 das Tambourcorps „Concordia“ D.J.K. Holzheim aus der Taufe gehoben. Zum Vorsitzenden des Corps wählen die Mitglieder Heinrich Haas. Durch Stiftungsgelder und Mitgliedsbeiträge werden weitere Instrumente angeschafft. Auf Grund der gestiegenen Inflation in Folge von Reparationsforderungen aus dem 1. Weltkrieg kosten die erste Trommel 10.000 und der erste Majorsstab glatte 42.000 Reichsmark. Mit den wenigen Märschen, die in den ersten Wochen gelernt werden, geht es am 29.07.1923 zum ersten Auftritt des jungen Tambourcorps Concordia. Eingeladen wird das Corps auf dem Stiftungsfest des Holzheimer Tambourcorps von 1920. Klopfenden Herzens geht es unter der Führung von Heinrich Haas auf die Bühne um sich erstmals der Holzheimer Bevölkerung zu präsentieren. Nach diesem erfolgreichen Auftritt wird der erste Lehrmeister gefunden: Wilhelm Kluth. Unter seiner Regie wird weiterhin fleißig geprobt. Als erstes Probenlokal dient die Gaststätte „Zur Post“ von Heinrich Brücken am Hindenburgplatz (heute keine Kneipe mehr, ehemals Netto-Supermarkt). Im September 1923 geht es dann rund 25 km zu Fuß nach Viersen zum ersten Wettstreit. Mit Blasen an den Füßen und dem 2. Preis für den Corpsführer geht es am nächsten Tag zurück nach Holzheim. Im Jahr 1924 werden fleißig Wettstreite u.a. in Hoisten, Holzheim und Hochdahl gespielt. Im Januar 1925 wird das erste eigene Stiftungsfest mit Unterstützung der Kolping-Turner aus Neuss gefeiert. Als Mitglied der DJK gehören selbstverständlich auch Turnübungen zu diesem Fest. Mit den Einnahmen werden die Einzelteile der ersten Pauke angeschafft. Der Blechrumpf kommt vom Eisenwerk Josten und die Felle aus Ziegenhaut vom Musikhaus Kistler aus Neuss. Alles Weitere wird in Eigenregie zusammengebaut. Für die ersten Zinndeckel reichte das Geld dann nicht mehr. Zwei erwähnenswerte Auftritt im Jahr 1925 sind die Begleitung des Kinderfackelzuges in Neuss anlässlich der rheinischen Jahrtausendfeier sowie ein Wettstreit des Tambourcorps „Arminia“ Neuss. Höhepunkt des Jahres ist aber sicherlich die Teilnahme am ersten Schützenfest. Nach zwei Jahren Vorbereitung haben uns die Schützen aus Weckhoven ihr Vertrauen geschenkt. An Pfingsten spielen wir dort begleitet von Hagel zwei Tage inkl. Wecken und Parade. Im September 1925 lehnen wir dann den Vorschlag ab, uns mit dem anderen Holzheimer Tambourcorps zu vereinen. Zudem wechseln wir das Probelokal und ziehen zur Gaststätte „Zum Schützenhof“ Lyrmann-Massen (später Bauernstube, heute Reuschenberger Str. 5). Mit neuen Mitgliedern und der ersten Uniform können wir uns 1926 dann endlich auf unserem Heimatschützenfest in Holzheim und bei unseren Freunden in Grefrath präsentieren. Zudem wird am Sportwerbetag des Sportvereins „Concordia“ Holzheim (später mit der HSG verbunden) ebenfalls geweckt, der Zapfenstreich intoniert und ein Umzug durch den Ort gespielt. Als Tambourmajor führt nun Heinrich Haas das Corps an. Das Jahr 1926 wird mit einem ersten Familienfest beschlossen. Da alle Mitglieder noch jung und ledig sind, werden kurzerhand einfach die Eltern eingeladen. Zu den Schützenfesten Holzheim und Grefrath gesellt sich 1927 die erstmals stattfindende Kirmes in Münchrath. Diese Dreierkonstellation sollte, ergänzt durch manches Gastspiel, bis zum Krieg Bestand haben. Da Wilhelm Kluth dem Verein als Lehrmeister nur bis 1924 zur Verfügung steht, hat seit 1927 Martin Markus das Amt inne. Als Externer ist er ausschließlich für die Probenarbeit zuständig und wird dies gewissenhaft bis zum Krieg ausführen. Unter seiner musikalischen Leitung wird in den nächsten Jahren die musikalische Qualität deutlich gesteigert, was unzählige Preise und Ehrenpreise auf Wettstreiten im ganzen Umland widerspiegeln. Ob Saalspiel, Solistenspiel, Festzug, Parademarsch oder bei der Führerwertung, oftmals treten wir reich beladen die Heimreise an. An dieser Stelle sei anzumerken, dass die Wettstreite, oft Verbunden mit einem Stiftungsfest oder Jubiläum des ausrichtenden Tambourcorps, vor dem Krieg eine bedeutende Stellung haben. Diese freundschaftlichen Treffen machen einen Großteil der damaligen Auftritte im Jahreskreis aus.

1931 – 1946

1933

Anfang 1931 vereinbaren wir, aus dem kath. Jünglingsvereins auszuscheiden. Zudem verschont die Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre auch das Tambourcorps nicht. Durch Arbeitslosigkeit fehlen Mitgliedsbeiträge und auch die Einnahmen durch Auftritte verringern sich. Unser Lehrmeister Markus wird nur noch für Proben vor besonderen Auftritten bestellt. Ein kleines Highlight dürfen wir aber am 17.04.1932 feiern: unser 10. Stiftungsfest. Am Sonntagmorgen veranstalten wir ein Konzert im Saal von Heinrich Brücken, unterstützt von der Musikkapelle Novesia (heute Bundesschützenkapelle Neuss) und dem Tambourcorps Novesia Neuss. Nachmittags folgen viele befreunde Vereine unserer Einladung und zogen mit uns durch den Ort. Mit der Machtergreifung der NSDAP im Januar 1933 hält dann auch die Politik Einzug in das Vereinsleben. Zum Nationalfeiertag am 21.03.1933 werden wir erstmals zum Spielen verpflichtet. Im Mai treten wir wieder dem Verein der kath. Jungmänner bei. Dies sehen die Parteioberen nicht gerne und es droht ein Auftrittsverbot, sollten wir nicht wieder austreten. Um nicht klein beizugeben bedient sich Heinrich Haas eines Tricks. An Schützenfest schießt er kurzerhand auf den Königsvogel und wird mit 27 Jahren als Heinrich der III. zum bis dato jüngsten Schützenkönig von Holzheim proklamiert. Von der Bevölkerung bejubelt konnten die „Braunen“ zunächst nicht mehr tätig werden. Anfang 1934 beschließt die Partei nun doch durchzugreifen und klaut uns die „dicke Tromm“ aus dem Probenlokal. Nach mächtig Aufruhr und Protesten (was im Nachhinein betrachtet sicherlich nicht ohne Risiko war) wird uns die Trommel einige Wochen später ausgehändigt. Auf Grund der Niederlage ergreifen die Parteioberen schärfere Maßnahmen. Dem Corps werden alle Auftritte untersagt und Heinrich Haas darf nicht mehr ehrenamtlich im Verein tätig sein. Da er aber im Jahr 1934 Schützenkönig von Holzheim ist, kann man eine Teilnahme nicht verbieten. Auch wenn wir zur Parade nicht einschwenken dürfen, können wir dennoch unter der Stabsführung von Lehrmeister Martin Markus an unserem Major und König vorbeiziehen. Weitere Auftritte in diesem Jahr werden uns untersagt. Im Jahr 1935 spielen wir dann auch wieder in Münchrath und Grefrath zum Schützenfest auf. Letztendlich können wir uns dem Druck dann nicht weiter beugen. Katholische Vereine sowie die DJK sind mittlerweile verboten. Auch den Namen „Concordia“ müssen wir offiziell ablegen. Unter den Namen „Treu Deutsch“ Holzheim treten wir bis zum Krieg öffentlich in Erscheinung. Im Verein selber bleiben wir aber der „Eintracht“ treu. Es folgen in den nächsten Jahren viele Auftritte auf Parteiveranstaltungen der NSDAP. 1938 spielen wir dann erstmals auf dem Schützenfest in Neuss. Leider regnete es montags und dienstags und somit vielen die Umzüge an diesen Tagen aus. Dennoch hat das Neusser Schützenfest Eindruck hinterlassen, so dass wir diesem bis heute treu sind. Ende desselben Jahres wird die Gaststätte Lyrmann-Massen umgebaut und wir müssen erneut das Vereinslokal wechseln. Es sollte der letzte Umzug bis heute bleiben. Ab sofort wird im Jägerhof von Christian Brücken, dem Bruder von Heinrich Brücken geprobt. Seine Tochter heiratet später Franz Lenzen. Bis 2022 wird die Gaststätte über 3 Generationen von der Familie Lenzen geführt (Anfang 2022 pachtet die Krombacher Brauerei das Lokal). Am 19.2.1939 beteiligen wir uns erstmals am Karnevalsumzug in Holzheim, veranstaltet von der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß, eine Untergruppe der SG Holzheim. Der Auftritt am Samstag und Sonntag zum Schützenfest in Neuss ist dann für die nächsten Jahre der letzte seiner Art. Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 beginnt der 2. Weltkrieg und damit das wohl dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. In den Kriegsjahren kommt das Vereinsleben immer mehr zum Erliegen. Die meisten Mitglieder sind in sämtlichen Kriegsgebieten im Einsatz, viele kehren verwundet in den Heimaturlaub zurück. Einige werden aufgrund ihrer musikalischen Fähigkeiten den Spielmannszügen zugeteilt. Durch Briefwechsel wird untereinander Kontakt gehalten, Treffen an Sonntagen werden von den Fronturlaubern und Daheimgebliebenen organisiert. Am 15.02.1942 wird, in Bezug nehmend auf die Geburtsstunde des Corps im Jahr 1922, allen Widrigkeiten zum Trotz das 20. Stiftungsfest begangen. Den Mitgliedern im Feld werden Pakete gesandt, mit den in Holzheim Verweilenden wird ein Gottesdienst gefeiert. In den Jahren 1943 bis 1946 findet dann kein Vereinsleben mehr statt.

1947 – 1969

1950

Es dauert einige Zeit bis sich die Corpsmitglieder nach diesem grausamen und unsinnigen Krieg wieder zusammenfinden. An Silvester 1946 treffen sich wenige Mitgliedern im privaten Kreis. Erst am 30.08.1947 versammeln sich mit Genehmigung der Behörden (Holzheim war damals unter amerikanischer Besatzung) alle in der Heimat weilenden Mitglieder mit Ihren Frauen wieder im Vereinslokal. In Gedenken an die gefallenen Mitglieder Franz Weißenberg, Peter Wilhelm und Philipp Burbach sowie den vermissten Philipp Schrills, Peter Hilgers und Johann Kluth (keiner von ihnen wird zurückkehren) versucht man allmählich wieder ein Vereinsleben aufzubauen. Begonnen wird mit der Probe am Samstagabend. Da unser sehr verehrter Lehrmeister Martin Markus am 07.04.1947 verstarb, proben wir ab sofort unter eigener Regie. Unser Tambour Theo Jurk und Hornist Heinrich Brand übernehmen nun diese Aufgabe in den kommenden Jahren. Erster Nachkriegsauftritt ist der St. Martinsumzug 1947 in Holzheim. Verstärkt wird die Jugendarbeit wieder aufgenommen und am 11. April 1948 feiern wir unser 25-jähriges Jubiläum. Da im Saal unseres Vereinswirtes die Notkirche eingerichtet ist, wird die Veranstaltung im Saal von Heinrich Brücken durchgeführt. Nach dem Wecken und einem Hochamt findet eine Feierstunde mit dem Musik- und Theaterverein (aus diesem entsteht 1956 der MV Holzheim) sowie dem Männergesangsverein Holzheim und dem Quartettverein Grefrath statt. Der erste Festzug in Holzheim nach dem Krieg erfolgt am 10.10.1948 zu Ehren des Spatenstichs zum Neubau des neuen Kirchenschiffs (der Turm blieb im Krieg unversehrt). Mit sämtlichen Holzheimer Gesangsvereinen, einer Musikgruppe und uns geht es in einem stattlichen Festzug durch den Ort. Da im Jahr 1949 in Holzheim noch kein Schützenfest stattfindet, spielt das Corps am selben Wochenende an allen 4 Tagen auf dem Schützenfest in Büttgen. Mit der Musikkapelle Rennefeld verbringen wir 4 schöne Tage in dem Ort inkl. Fackelzug und Wecken. Im August 1949 kehrt mit Hubert van Terwingen der letzte Kriegsgefangene zurück. Mit klingendem Spiel geleiten wir ihn vom Bahnhof zu seiner Wohnung. Durch gute Nachwuchsarbeit wächst der Verein 1950 auf 36 aktive Spielleute. An Karneval 1950 veranstalten wir unseren ersten öffentlichen Preiskostümball. Eine Veranstaltung, die bis 1993 Bestand haben sollte. Im Sommer 1950 spielen wir dann endlich auch wieder auf den Schützenfesten in Grefrath, Holzheim und Neuss. Auf Grund unserer Stärke treten wir in Grefrath und Holzheim mit 2 Blöcken an. In den nächsten 2 Jahren teilen wir uns auch auf weiteren Schützenfesten, z.B. in Neuss und Kapellen. Hierbei ist anzumerken, dass zur damaligen Zeit die Tambourcorps nur mit einer Stärke von 13 bis 18 Mann gebucht wurden. Als weitere Tambourmajore fungieren neben Heinrich Haas, Heinrich Schrills und Mathias Kluth. Da nun die Weckhovener ihr Schützenfest nicht mehr an Pfingsten feiern, spielen wir 1952 dort das erste Mal wieder seit 1925. Auf der Jahreshauptversammlung 1954 hört Heinrich Haas nach 25 Jahren als Tambourmajor auf. Nach seiner Ernennung zum Ehrentambourmajor wird sein Nachfolger Heinrich Schrills zum 1. Tambourmajor gewählt. Ab den 50er Jahren bereichern Tagesausflüge z.B. ins Sauerland oder nach Dernau an der Ahr das Vereinsleben. Bis Anfang der 60er Jahre werden noch regelmäßig Wettstreite gespielt. Danach endet leider diese schöne Tradition. Auf dem von uns veranstalteten Preiskostümball 1958 spielt erstmalig der 1956 gegründete Musikverein Holzheim unter der Leitung von Heinz Odenthal. Es entsteht eine Freundschaft, die bis heute anhält. Anfang der 60er Jahre wird dann mit Gerd Haase wieder ein externer Lehrmeister berufen. Er unterstützt die Probenarbeit der Ausbilder Heinrich Brand und Theo Jurk, später auch Gerhard Segger und Bernd Helten. Der gelernte Klarinettist und Komponist prägt das Corps bis 1997 musikalisch. Neben seinen vielen Potpourris und Arrangements ist die Komposition des Concordia-Marsches zum 40-jährigen Bestehen sicherlich sein Meisterwerk, welches wir bis heute sehr gerne aufführen. Ab 1960 baut das Tambourcorps für einige Jahre anlässlich des Fackelzuges in Holzheim eine eigene Großfackel. Am ersten Maiwochenende 1963 feiern wir dann mit Zapfenstreich, Messe, Tanzabend und Festkonzert unser 40-jähriges Bestehen. Ein Höhepunkt ist aber sicherlich die Königswürde von Heinrich Haas 1964. Zum zweiten Mal nach 1934 regiert unser 1. Vorsitzender die Holzheimer Schützen. Ebenfalls 1964 und später nochmal 1968 werden die Olympiasiegerinnen Annemarie Zimmermann und Roswitha Esser von der Holzheimer SG mit einem prachtvollen Festzug, an dem sich sämtliche Holzheimer Vereine beteiligten, durch den Ort hofiert. Durch ihre Goldmedaillen im Zweier-Kajak in Tokio und Mexiko machen Sie die kleine Gemeinde Holzheim zumindest für kurze Zeit berühmt und seine Einwohner mächtig stolz! Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit diesen Damen ebenfalls die Ehre zu erweisen.

1970 – 1999

1989

Die 70er Jahre sind insbesondere durch unser 50-jähriges Jubiläum vom 11.-13.05.1973 geprägt. Beginnend am Freitagabend mit geladenen Gästen (zu den Gratulanten gehört auch der letzte Bürgermeister von Holzheim Georg Becker) geht es am Samstag mit Kranzniederlegung, Zapfenstreich und einer Dankesmesse zelebriert von Pfarrer Nideggen weiter. Am frühen Abend spielen wir ein kleines Konzert vor dem Krankhaus gemeinsam mit dem Musikverein und dem Fanfarencorps Holzheim, anschließend geht es zum Festkommers ins Vereinsheim. Nach einem tollen Konzert am Sonntagvormittag mit dem Musikverein folgt nachmittags mit 11 befreundeten Tambourcorps und den Holzheimer Schützen ein prachtvoller Umzug durch den Ort.

Das Jahr 1975 beginnt dann für viele Holzheimer unerfreulich. Am 1. Januar wird die Gemeinde Holzheim in die Stadt Neuss eingemeindet. Zudem wird die Gaststätte Jägerhof Lenzen abgerissen und durch einen Neubau mit Saal ersetzt. In dieser Zeit finden die TCH-Versammlungen und vor allem die Proben an der „Schweinebar“ bei unserem Mitglied Karl Krüll auf der Nordstraße statt. Unser Preiskostümball braucht wegen der Baumaßnahme nicht ausfallen. Wir können diesen gemeinsam mit der freiwilligen Feuerwehr, den vereinigten Männerchören und dem Kirchenchor Holzheim in der Ende 1974 eingeweihten Mehrzweckhalle abhalten. Am 3. Dezember 1976 stirbt dann überraschend Heinrich Haas. Das Gründungsmitglied war ununterbrochen 54 Jahre 1. Vorsitzender und 25 Jahre Tambourmajor. Mit seiner Persönlichkeit hat er den Verein maßgeblich bis zu seinem Tod geprägt. Als Nachfolger wird unser 1.Tambourmajor Heinrich Schrills gewählt. Im Juli 1977 spielen wir erstmals die Versammlung der Bürger und Bürgerssöhne (Zog-Zog) in Neuss. Auch dieser Veranstaltung sind wir bis heute treu verbunden. Durch den 1979 gegründeten Holzheimer Karnevalsverein Blau-Weiß-Rot findet ab 1980 auch erstmals wieder seit Jahrzehnten ein Rosenmontagszug statt. In den 3 Jahren zuvor begleiteten wir musikalisch den Tulpensonntagszug in Grefrath. Anfang Mai 1980 geht es dann erstmals auf einen mehrtägigen Ausflug. Mit dem Musikverein Holzheim fahren wir ins wunderschöne Scheyern in Oberbayern. Der dortige Musikverein feiert sein 20-jähriges Jubiläum. Neben vielen Ausflügen wird aber auch kräftig Musik gemacht. Gemeinsam mit den beiden Musikvereinen werden einige Auftritte und auch der Zapfenstreich absolviert. Ein Tambourcorps, so wie wir es kennen, kommt in diesen Gefilden nicht oft vor. 1981 veranstalten wir einen Tagesausflug nach Albersloh. Dort treffen wir auf das Tambourcorps der freiwilligen Feuerwehr. Der Kontakt entsteht durch unser Mitglied Hans-Jakob Schlangen auf einem Feuerwehrlehrgang. In den nächsten 18 Jahren kommt es immer wieder zu Besuchen in Albersloh und zu Gegenbesuchen in Holzheim. Mit ihrem Major „Vatti“ an der Spitze erleben wir gemeinsam viele schöne Stunden. Unerfreuliches ereignet sich im Jahre 1982. Auf dem Schützenfesteinklang samstags in Grefrath kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen einigen Spielleuten. Als Konsequenz verließen sofort 10 Mann den Verein und gründeten später das Tambourcorps Reuschenberg. Im April 1983 feiern wir dann mit rund 32 aktiven Mitgliedern gebührend unser 60-jähriges Jubiläum. Sonntag geht es mit den Holzheimer Schützen und 24 Tambourcorps in einem schönen Umzug durch den Ort. Im selben Jahr legt unser 1. Major Heinrich Schrills die Verantwortung in jüngere Hände: Hansi Schmitz wird zum 1. Tambourmajor ernannt. Auch spielen wir im Oktober beim Jubiläum der Neusser Ratsbläser in Reuschenberg. In den nächsten Jahren sollten viele gemeinsame Auftritte insbesondere bei deren Herbstfesten folgen. Als Höhepunkt der Zusammenarbeit kann man sicherlich die Begleitung der Schallplattenaufnahme „Freut euch des Lebens“ aus Anlass der 2000-Jahrfeier der Stadt Neuss im Jahr 1984 betrachten. Leider endet die Schützenfestsaison in diesem Jahr auf tragische Weise. Da zum Schützenfest in Neuss unser Major Hansi Schmitz erkrankt, greift bei der Königsparade am Sonntag nochmal Heinrich Schrills zum Majorsstab. Nach dem Einschwenken bricht er auf dem Markt zusammen. Er stirbt zwei Tage später im Lukaskrankenhaus. Mit ihm verlieren wir nicht nur unseren 1. Vorsitzenden, sondern auch ein Vorbild, welches den Verein mit Ehrgeiz und Drang zur Perfektion 37 Jahre prägte. Willi Müller führt als erfahrener Spielmann nun für 2 Jahre den Vorsitz bis im Januar 1987 Theo Segger für die kommenden 30 Jahre dieses Amt übernehmen wird. Willis Sohn Bernd Müller wird zum 2. Tambourmajor ernannt. Die 80er Jahre enden mit einem unvergessenen Ausflug nach Freistadt in Oberösterreich. Gemeinsam mit dem Jägerzug „Mer verstond et och“ und dem Grenadierzug „Mer dörve“ aus Neuss besuchen wir für 6 Tage die dortige Stadtkapelle. Mit ihnen gemeinsam spielen wir ab 1987 für einige Jahre zum Schützenfest in Neuss auf. Neben vielen Ausflügen wird dort natürlich auch Musik gemacht. Zu verschiedenen Gelegenheiten, wie z.B. der Umzug der Kommunionkinder, bringen wir unser musikalisches Können gemeinsam mit der Stadtkapelle dar. Unser musikalischer Leiter Gerd Haase komponierte für diesen Ausflug extra den Marsch „Freistadtgrüße“ welchen wir unter tosendem Applaus im vollbesetzten Festzelt mit der Stadtkapelle uraufführen. Freud und Leid liegen nah beieinander. Nur zwei Wochen nach dem Ausflug stirb unser letztes Gründungsmitglied Theo Jurk. Er hat dem Verein 67 Jahre die Treue gehalten. Mit 22 aktiven Spielleuten starten wir in die Saison 1990. Im Jahr der Deutschen Einheit können wir uns auf diese Kameraden verlassen und machen uns auf den meisten Auftritten musikalisch verdient. Durch erfolgreiche Nachwuchsarbeit steigt die Zahl der Aktiven in den kommen Jahren wieder stetig an. 1993 können wir dann nach Heinrich Haas den zweiten Schützenkönig aus unseren Reihen beglückwünschen. Unser Tambourmajor Hansi Schmitz repräsentiert die Schützen in seiner Wahlheimat Grimlinghausen. Ihm zu Ehren nehmen wir sonntags an Umzug und Parade teil. Was im Vorjahr noch abgelehnt wurde, haben wir 1993 umgesetzt: Ab sofort tragen wir sonntags zur weißen Hose einen blauen Blouson. Bisher war die weiße Hose nur in Kombination mit dem Uniformrock möglich. Das 70-jährige Jubiläum feiern wir in kleinem Rahmen. Mit unseren Freunden vom Tambourcorps der freiwilligen Feuerwehr Albersloh gestalten wir am 9. Mai 1993 einen musikalischen Frühschoppen vor unserem Vereinslokal. Am 16.06.1996, Schützenfestsonntag in Hoisten, ereilt uns die traurige Nachricht, dass unser musikalischer Leiter Gerd Haase verstorben ist. Unter seiner Regie wurden zahlreiche Märsche, teilweise von ihm komponiert oder arrangiert, einstudiert. Gerd Haase hat den Verein fast 40 Jahre musikalisch geprägt. Seine Arbeit wird in den nächsten 20 Jahren von Stephan Koch erfolgreich weitergeführt. Ein Jahr später verlieren wir unsern letzten Spielmann aus der Gründerzeit. Hubert van Terwingen stirbt am 10.06.97. Er trat im Alter von 17 Jahren 1926 in den Verein ein und hält ihm 72 Jahre die Treue. Im Herbst des gleichen Jahres werden wir der steigenden Zahl an Nachwuchs gerecht und schießen erstmals mit Benedikt Knust einen Jungkönig aus. Ein Jahr später feiern wir dann vom 8.-10. Mai 1998 mit vielen Freunden und Gönnern sowie der Holzheimer Bevölkerung unser 75-jähriges Jubelfest. Nach einem Festkommers am Freitag mit geladenen Gästen gedenken wir am Samstag zunächst der Verstorben des Vereins. Nach dem Gottesdienst mit Pfarrer Josef Ring geht es im ausverkauften Festzelt ordentlich zur Sache. Unter anderem Peter Horn, das Süperduett und Ibo sorgen für einen unvergessenen Abend. Sonntag steht dann wieder die Marschmusik im Mittelpunkt. Nach einem tollen Festkonzert mit dem Musikverein Holzheim ziehen wir am Nachmittag mit 17 befreundeten Tambourcorps durch den Ort. Höhepunkt ist aber sicherlich die Überreichung unseres neuen Schellenbaums. Auf Initiative von Willi Roesberg, Engelbert Wildschrey, Helmut Blank, Hubert Hannen und Heinz-Josef Haas (Sohn unseres Gründers Heinrich Haas), stiftet uns der Freundeskreis der Holzheimer Schützen dieses tolle Geschenk. Bis heute tragen wir den Schellenbaum mit Stolz über die Straße. Am Schützenfestsonntag in Neuss spielen wir gemeinsam mit dem Musikverein Holzheim das abendliche Platzkonzert auf dem Markt. In unserem Jubiläumsjahr werden zudem Andreas Heck und Jürgen Axler als weitere Majore gewählt.

2000-heute

Das neue Jahrtausend beginnt für uns mit einem Jubiläumskonzert im Mai gemeinsam mit dem Musikverein anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Schützenlust Holzheim. Im Jahr 2001 feiert unser Heimatort sein 1200-jähriges Bestehen. Auch wir begleiten diese Feierlichkeiten am 5. Mai durch unser Aufspielen auf dem Dorffest. Nach den Schützenfesten geht es im September auf einen dreitägigen Ausflug ins Sporthotel nach Gronau. Sportlich haben wir uns dort nicht betätigt aber einige Ausflüge, eine Stadtführung durch Ahaus und die Besichtigung des Brauhauses Coesfeld runden diese kurzweilige Tour ab. Unser 80-jähriges Bestehen feiern wir 2003 im kleinen Kreis sowie mit einem Platzkonzert vor unserem Vereinsheim. Im Jahr 2005 steht wieder ein größerer Ausflug an. Durch einen privaten Kontakt unseres Schriftführer Hans Bläsius fahren wir vom 4.-8. Mai 2005 nach Siegsdorf / Traunstein in Oberbayern. Im Gepäck haben wir auch unsere Uniformen und die Instrumente. So haben wir neben einer Bootstour auf dem Königssee und der Besichtigung des Berchtesgadener Salzbergwerkes in dem schönen Ort unser Können unter Beweis gestellt. Ein Tambourcorps sieht man dort nicht oft. Unser Gastgeber Andi Geischeder revanchierte sich und trägt Neusser Kirmes zur Parade unseren Schellenbaum über den Markt.

2006 wird dann zu einem echten Highlight. Unser 1. Vorsitzender Theo Segger erringt an Fronleichnam die Schützenkönigswürde. Gemeinsam mit seiner Frau Christiane regiert er im Jahr der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland die Holzheimer Schützen. Für die Spielleute bedeutet das viel Arbeit aber auch viel Spaß beim Residenzaufbau. Mit der Unterstützung des Jägerzuges Eintracht, welcher mit Willi Roesberg 3 Jahre zuvor den König stellte, gelingt ein wundervolles Fest. Den Aufbau der Residenz müssen wir kurz unterbrechen, da wir eine Woche vor dem Schützenfest für unsere Freunde vom Tambourcorps Speck auf dem Schützenfest in Hülchrath einspringen. Die Fußballweltmeisterschaft sorgte nur einmal für gedämpfte Stimmung. Verloren wir am Krönungsdienstag doch abends das Halbfinale gegen Italien. 2008 ist dann uns lieber Freund und Gönner sowie Protektor unsers 75-jährigen Jubiläums Dr. Hermann Verfürth Schützenkönig in Neuss. Aus diesem Anlass spielen wir gemeinsam mit dem Musikverein Ingerkingen das Platzkonzert am Sonntag auf dem Neusser Markt. Zudem schießen wir in diesem Jahr unsern Corpskönig erstmals an der Vogelstange hinter der Mehrzweckhalle.

2009 beendet Hansi Schmitz seine Majorslaufbahn und wird 2010 auf der Jahreshauptversammlung zum Ehrentambourmajor gewählt. Nach der Lehre bei Heinrich Schrills führte er dieses Amt 26 Jahre gewissenhaft aus. Seit 2011 wird nicht mehr zwischen 1. und 2. Major unterschieden. Alle Majore sind gleichberechtigt. Zudem sollen frühzeitig Nachwuchsmajore ausgebildet werden. Neben den Majoren Bernd Müller, Jürgen Axler und Andreas Heck ist dies ab 2011 Christoph Korbacher. Ein Jahr zuvor begeben wir uns nochmal auf einen mehrtägigen Ausflug. Gemeinsam mit dem Heimatverein Holzheim und einem Jägerzug ging es vom 4.-7. Juni in das Partnerdorf Holzheim bei Neumarkt in der Oberpfalz. Der dortige Schützenverein Heinrichsbürg feiert sein 50-jähriges Jubiläum. Auch bei diesem Ausflug nehmen wir wieder unsere Uniformen und Instrumente mit. Nach der Ankunft geht es in einem kurzen Umzug zur Einweihung der Partnerschaftstafel auf dem Dorfplatz durch den 1. Vorsitzenden und Organisator Willy Weixelbaum. Wer nach dem deftigen Abendessen noch konnte geht ins Festzelt zur Party. Der nächste Tag wird zunächst durch eine Stadtführung durch Nürnberg geprägt. Das Highlight des Ausfluges ist dann allerdings der Jubiläumsabend im großen Festzelt. Die Band Dirndlknacker lässt sogar alt gediente Spielleute auf den Tischen tanzen. Am Sonntag belgleiten wir musikalisch den Festzug sowie den Fahneneinzug.

Unser 90-jähriges Jubiläum 2013 feiern wir gemeinsam mit unseren Freunden und Gönnern. Nach einem kurzweiligen Jubiläumsabend am Samstag, folgte Sonntagmorgen ein Frühschoppen mit Konzerteinlagen im Pfarrgarten. Im selben Jahr unterstützen wir am 23. Juni den Musikverein Willich, der ebenfalls 90 Jahre wird, bei seinem Benefizkonzert in Büttgen. Der stattliche Erlös geht an die „Aktion Schmetterling“ in Neuss.

Ein Jahr später begleiten wir letztmals den Rosenmontagszug in Holzheim. Viele Spielleute ziehen lieber in Karnevalsgruppen über die Straße, andere fahren in Urlaub. Ein gemeinschaftliches Auftreten ist nicht mehr möglich. Somit endet nach dem Rosenmontagszug 2014 die karnevalistische Betätigung des Tambourcorps.

Überschattet wird das Jahr 2014 von einem Unwetter. Das Schützenfest in Grefrath verläuft bei schönstem Sonnenschein und heißen Temperaturen harmonisch wie immer. Der offizielle Dienst am Pfingstmontag ist für uns beendet als am frühen Abend der Orkan Ela mit aller Gewalt über Teile von Deutschland fegt. Im Raum Neuss, Düsseldorf, Essen, Krefeld und Köln hinterlässt das Unwetter, welches 6 Menschenleben kostet, eine Schneise der Zerstörung. Heftiger Regen und Gewitter setzt dem Kirmesplatz und dem Zelt ordentlich zu. Alle Besucher kommen jedoch mit dem Schrecken davon. Der Pfingstdienstag ist von Aufräumarbeiten geprägt. Die Gemeinschaft der Schützen zahlt sich hier aus. An einen Umzug mit Parade ist allerding nicht mehr zu denken. Das Schützenfest klingt mit einer Andacht im wieder hergerichteten Festzelt aus.

2017 beendet Theo Segger nach 40 Jahren seine Vorstandsarbeit. Nach 10 Jahren als Schriftführer leitete er den Verein seit 1987 mit seiner ruhigen und vermittelnden Art durch alle Höhen und Tiefen. Auf der Jahreshauptversammlung wird er zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Die Holzheimer Schützen ernennen Theo auf der Versammlung im April zum Ehrenmitglied des Bürger-Schützenvereins. Zu seinem Nachfolger wählen die Spielleute Björn Marx. Auch der musikalische Leiter Stephan Koch legt 2017 aus gesundheitlichen Gründen nach 20 Jahren sein Amt nieder. Unter seiner Regie wurden zahlreiche Konzertstücke einstudiert. Auch hat er maßgeblich (schon zurzeit von Gerd Haase) die Einführung von Noten vorangetrieben. Haben zuvor nur einige Hornisten das Notenlesen beherrscht, so hat Stephan Koch mit Unterstützung von Bernd Helten als Ausbilder seit 1988 konsequent die Hornisten in Noten unterrichtet. Nach und nach konnte er so (fast) alle von den Vorteilen gegenüber dem bisher geläufigen Zahlensystem überzeugen. Selbst die Tamboure lernen und spielen heute alles nach Noten. Zu seinem Nachfolger wird Andreas Wallraff gewählt.

2018 geht es wieder auf einen mehrtägigen Ausflug nach Esslingen, diesmal ohne Instrumente. Unser Spielmann Michael Verfürth stellt mit Unterstützung einer Arbeitsgruppe ein tolles Programm auf die Beine. Ist er doch vor einigen Jahren in diese Region gezogen. Höhepunkt der Fahrt ist der Besuch der Cannstatter Wasen mit abendlichem Besuch des Festzeltes. Die Größe diese Zelte ist schon beeindruckend und man kann abschließend sagen, dass Tische und Bänke zu Recht am Zeltboden festgeschraubt sind.

2019 begleiten wir erstmals seit vielen Jahren wieder unser Holzheimer Pfarrfest. Im Januar 2020 spielen wir dann wie alljährlich die Versammlung der Grefrather Schützen in der dortigen Mehrzweckhalle. Es wären sicherlich mehr Spielleute bei diesem Auftritt anwesend, sollte es doch der letzte Auftritt für eine lange Zeit werden. Eine zunächst im chinesischen Wuhan entdecktes Coronavirus namens SARS-CoV-2 breitet sich auch in Deutschland aus. Die Probe am 06.03.2020 ist die letzte, welche bei unserem Vereinswirt stattfindet. Diverse Lockdowns, Verbote von Großveranstaltungen und die Schließung von Gaststätten legen das Vereinsleben nahezu lahm. Nach der 1. Infektionswelle im Frühjahr 2020 treffen wir uns zum Holzheimer Schützenfest erstmals im privaten Rahme. Im Garten unseres 1. Vorsitzenden Björn Marx veranstalten wir einen kleinen Umtrunk. Auch die Instrumente dürfen nicht fehlen. Bei manch einem Spielmann machen sich die fehlenden Auftritte und Proben allerdings bemerkbar. Von Mitte August bis Mitte September 2020 können wir unter Einhaltung von Hygieneregeln vier Mal in den Gärten unsere Spielleute proben. Steigende Inzidenzahlen kündigen die 2. und 3. Welle an und so findet ab dem 18.09.20 kein Treffen mehr statt. Das Vereinsleben ist nun vollständig zum Erliegen gekommen. Da es gilt unser 100-jähriges Jubiläum vorzubereiten, finden in diesem Zeitraum die Vorstandssitzungen per Videokonferenz statt. Schnell sinkende Inzidenzzahlen sorgen dafür, dass wir ab dem 4. Juni 2021 erstmals wieder nach gut 8 Monaten gemeinsam draußen proben können. Wie im Vorjahr verbringen wir das Holzheimer und das Neusser Schützenfest im privaten Rahmen. Am 3. Septemberwochenende tritt aber dann doch das langersehnte Ereignis ein: Die Grefrather Bruderschaft veranstaltet ein Festwochenende unter strengen Hygieneregeln (2G+). Freitags ehren wir die Herren Reiner Kivelitz und Siggi Baehr mit einem Zapfenstreich. Samstags gibt es bei bestem Spätsommerwetter eine Parade mit anschließendem Umzug durch den Ort. Ein tolles Gefühl wieder in Uniform über die Straße zu marschieren. Ab Oktober proben wir nach eineinhalb Jahren Abstinenz wieder in unserem Proberaum bei Lenzen.

Auf Grund von Corona fallen für die Concordia Anfang 2022 noch zwei Veranstaltungen aus: das Titularfest in Grefrath und die Krönung. Danach beginnt nach 2 Jahren wieder die ersehnte „Normalität“. Die Schützenfeste kehren zurück und wir beginnen unseren Schützenfestreigen in Kapellen. Getrübt wir die Stimmung über ein Ereignis welches eigentlich nicht mehr vorkommen darf: Krieg in Europa. Am 24. Februar 2022 überfällt Russland die Ukraine. Unsere Gedanken sind bei den Menschen. Wollen wir hoffen, dass der Krieg bald zu Ende ist.

Stand 26.05.2022